Besondere Namen

Jon Blake

weil sich der Amerikaner Jon Blake Cusack für seinen Sohn eine ganz spezielle Variante der Namensgebung ausgedacht hat.

In den USA geben viele Väter den Söhnen ihren eigenen Namen und fügen dann den Zusatz "Junior" oder "II." hinzu. Dies war dem Computer-Experten aus dem US-Bundesstaat Michigan zu langweilig. Daher orientierte er sich bei der Namensgebung an den Bräuchen aus der Computer-Branche und versah den Namen seines Sohnes mit einer Versionsnummer, so dass dieser nun Jon Blake Cusack 2.0 heißt.

Die Geburtsanzeige unterzeichnete der stolze Vater mit dem Namen Jon Blake Cusack 1.0 und ließ dabei verlautbaren, Version 2.0 habe viele Ähnlichkeiten mit der Version 1.0 plus ein paar Ergänzungen der Mutter Jamie.

Kai

weil es nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 03.11.2004 zulässig ist, dass Eltern ihrem Sohn den Vornamen Kai als alleinigen Vornamen geben. Das Gericht hat damit einen mehr als zwei Jahre andauernden Streit zwischen den Eltern des Kindes und dem Standesamt in dritter Instanz endgültig zugunsten der Eltern entschieden.

Als Begründung wurde angeführt, dass der Name Kai in Deutschland ganz überwiegend als Vorname für Jungen benutzt werde. Der weibliche Gebrauch des Vornamens Kai stamme dagegen aus Skandinavien und habe in Deutschland erst seit etwa den 70er Jahren eine gewisse Verbreitung erlangt.

Wegen der eher seltenen Benutzung als Mädchenname sowie wegen der Herkunft der weiblichen Namensführung aus einem fremden Sprachkreis sei die Problematik vergleichbar mit der Verwendung des Namens Andrea. Auch dieser in Deutschland für Mädchen gängige Vorname könne ohne Hinzufügen eines weiteren weiblichen Namens verwandt werden, obwohl der Name in Italien als Jungenname gebräuch

Leni

weil die Tochter von Heidi Klum das Glück hatte, mit Leni einen normalen Vornamen bekommen zu haben.

Denn normal ist es nicht, dass Promi-Eltern ihren Kindern „normale“ Namen geben. So nannten David und Victoria Beckham ihren Sohn Brooklyn – nach dem New Yorker Stadtteil, in dem der Millionärs-Spross gezeugt wurde.

Überhaupt sind Städtenamen für Kinder beliebt – besonders in den USA: Hotelerbin Hilton heißt Paris, Ex-Präsidententochter Clinton wie der Londoner Stadtteil Chelsea. Die Tochter von Dan Aykroyd heißt Kingston (Hauptstadt von Jamaika), die Tochter seines Schauspielerkollegen Laurence Fishburn hört auf den Namen Montana (US-Staat).

Schlimm dran sind auch die Kinder der Familie Phoenix: einzig Schauspieler Joaquin („Gladiator“) hat einen „normalen“ Namen, seine Geschwister heißen River („Fluss“), Summer („Sommer“), Rain („Regen“) und Liberty („Freiheit“).

Wenig Spaß an ihren Vornamen dürften auch Frances Bean („Bohne“; Tochter von Kurt Cobain), Chastity („Keuschheit“; Toch

Leo

weil ein kleiner Junge aus Erfurt zwar schon fast zwei Jahre alt ist, aber noch keinen offiziellen Namen hat.

Die Mutter des Jungen möchte ihren Sohn „Ichthyander“ nennen. Dies ist eine Figur aus dem russischen Film „Der Amphibienmensch“ und bedeutet „Fischmann“.

Das Erfurter Standesamt lehnte die Eintragung des Namens jedoch ab, da dieser Name ihrer Ansicht nach für ein Kind völlig ungeeignet sei. Die Mutter ist dessen ungeachtet entschlossen, für den Namen „Ichthyander“ zu kämpfen und notfalls vor Gericht zu ziehen. Bis zur endgültigen Entscheidung, ruft sie ihren Sohn Leo.

Lucca

weil es Eltern zumindest in Kassel und Frankfurt gelungen ist, ihre Tochter nach der toskanischen Stadt Lucca zu nennen. In Witten hingegen weigern sich die Standesbeamten hartnäckig, einem Elternpaar den Namenswunsch „Lucca Marie“ zu erfüllen.

Als Begründung für die Ablehnung wird angeführt, dass Kinder keine Städtenamen tragen dürften. So strichen die Eltern notgedrungen ein „c“ und beließen es bei Luca.

Die Anfrage an das Düsseldorfer Innenministerium, warum denn Verona (!) Pooth ihren Sohn „San Diego“ nennen dürfe, wurde von Minister Fritz Behrens wie folgt beantwortet: San sei ein gebräuchlicher türkischer Vorname und Diego sowieso. Eher zufällig, nicht aber vordergründig, ergebe sich daraus der Name einer amerikanischen Stadt an der Westküste. Nach gleicher Logik können Kinder auch als San Sebastian oder San Franzisko in die Welt hinausgeschickt werden.

Nur schreibt das Gesetz auch vor, dass Namen verboten sind, die eindeutige Assoziationen wachrufen. Berlin etwa ist daher nic