Rabanus Maurus

männlicher Vorname

Bedeutung / Herkunft

Hl. Rabanus Maurus: Er wurde 780 in Mainz geboren. Mit 10 Jahren kam er zur Ausbildung an die Klosterschule in Fulda. Er wurde dort später Benediktiner und ging dann zu den Studien nach Tours zu Alkuin. Nach seiner Heimkehr wurde er Leiter der Fuldaer Klosterschule, die er zu der damals führenden Schule Deutschlands machte. 814 erhielt er die Priesterweihe und wurde 822 Abt von Fulda. Unter ihm erlebte das Kloster in geistlicher, wissenschaftlicher, künstlerischer und wirtschaftlicher Hinsicht einen gewaltigen Aufschwung. In den Aufständen Ludwigs des Deutschen gegen seinen Vater Ludwig den Frommen (830 und 833) und in seinem Erbfolgestreit gegen seinen ältesten Bruder Lothar I. (840-842) ergriff Hrabanus Partei für Lothar und resignierte 842 (wohl unter politischem Druck) von seiner Abtwürde. Nach seiner Aussöhnung mit Ludwig dem Deutschen wurde er 847 Erzbischof von Mainz. Als solcher hielt er 3 wichtige Synoden ab. Er starb am 4.2.856 zu Mainz. Seine Gebeine wurden 1515 nach Halle gebracht.
Hrabanus Maurus war der damals gefeiertste Lehrer Deutschlands und wurde deshalb später „Primus praeceptor Germaniae" genannt. Gemäß der geistigen Eigenart seiner Zeit war er kein origineller spekulativer Denker, vielmehr trug er den gesamten Wissensstoff aus den antiken Schriftstellern, den Kirchenvätern und den Werken des frühen Mittelalters zusammen und schuf damit die Grundlage für den Unterricht in den Kloster- und Domschulen. Vor allem war er mit seinen Schriften auf lange Zeit bestimmend für die Ausbildung des Klerus und erzielte eine ungeheure Breitenwirkung der theol. Neublüte unter Karl d. G. Er verfasste viele Lehr- und Schulbücher, kanonistische, dogmatische und homiletische Schriften, 2 Bußbücher, 1 Martyrologium, umfangreiche Bibelkommentare und das Lehrbuch „De institutione clericorum" (Über die Unterweisung der Kleriker) in 2 Bearbeitungen. Sein größtes Werk ist „De rerum naturis" (Über die Natur der Dinge) in 22 Bänden, eine theol. ausgerichtete Realenzyklopädie des gesamten Wissens seiner Zeit. Er verfasste auch Gedichte und Hymnen, darunter das „Veni Creator Spiritus" (Komm, Schöpfer Geist). Sein „Liber sanctae crucis" (Buch über das hl. Kreuz) mit 28 Figurengeschichten sandte er an die höchsten Würdenträger. Er zeigte auch Interesse für die Sprache und die Bräuche seines Volkes, für germ. Heldenlieder und Runen. Durch ihn veranlaßt oder zumindest in seinem Einflußbereich entstanden ist der „Krist" des Otfried von Weißenburg, die dt.-lat. Evangelienharmonie als Übersetzung des Diatessaron des Tatfan (um 170) und vielleicht auch die Übersetzung des altsächs. „Hehand" in seine altfränkische Mundart.
Liturgie: Darstellung: Meist wird er dargestellt im schwarzen Benediktinerhabit mit Brustkreuz als Abt bzw. Erzbischof oder auch im bischöflichen Ornat mit einem Schriftband „Veni Creator Spiritus"
Patron: Stadt und Diözese Fulda wie Mainz haben in ihm einen großen Fürsprecher. Betend begleitet er weltweit die vielen Gymnasien, Kollegien und Universitäten, an denen Benediktiner dem "ersten Lehrer Germaniens" nacheifern, um den Völkern der Weltkirche eine gute Zukunft zu eröffnen.
Namenstag 4. Februar
(Beitrag von Pastor C. Niemann)

Namenstag