Konstanze

weiblicher Vorname

Bedeutung / Herkunft

auch Konstanza, Constanze, Constance
lateinisch: die Beständige
Kurz- und Koseformen: Stanze, Stanzi, Stanzerl, Conny, Konny

bekannt aus der Oper "Die Entführung aus dem Serail" von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

aus dem Lateinischen: constantia = Beständigkeit, Festigkeit, Standhaftigkeit
bekannt wurde der Name im Mittelalter durch die römisch-deutsche Kaiserin Konstanze (1154-1198), die Ehefrau des Staufers Heinrich VI.
in Mode kam der Name im 18.Jahrhundert
bekannte Namensträgerin: Konstanze Vernon (deutsche Balletttänzerin und Pädagogin geb. 1939)
(Beitrag von Kerstin Bittermann)

ein Kosename ist auch: Konsti
(Beitrag von Konstanze Richter)

Eine weibliche Heilige dieses Namens gibt es wohl nicht.
Der berühmteste Heilige, auf den sich Konstanze (Constanze) berufen kann ist wohl Kaiser Konstantin der Große.
KONSTANTIN I. (der Große), Flavius Valerius Constantius, römischer Kaiser, * 27. Februar 270 (288 ?) in Naissus (heute Niš/Serbien), † 22. Mai 337 in Konstantinopel (oder Nikomedien - heute Izmit/Türkei, bzw. Ankyra - heute Ankara/Türkei). Konstantin war der Sohn des Constantius I. Chlorus (250-306; seit 305 residierte er als Augustus des Westens in Trier) und der Hl. Helena (248/249-328/329), einer Herbergswirtin und wahrscheinlich dessen Konkubine. 289 verstieß der Vater Helena um die Stieftochter des Augustus Maximianus zu heiraten. Seit 293 befand sich Konstantin zur Erziehung (und als Geisel für das Wohlverhalten seines Vaters) an der Residenz des Kaisers Diokletian (um 240-316). 293 wurde er adoptiert und zum Caesaren ernannt. Constantius starb am 25. Juli 306 in York, das Heer rief umgehend seinen Sohn Konstantin zum Augustus aus. Er wurde jedoch von Kaiser Galerius (um 250-311) nur als Caesar anerkannt. 307 heiratete Konstantin Fausta, die Tochter des Kaisers Maximianus Herculius (vor 286-310), der ihn am 25. Dezember 307 zum Augustus ernannte. Die Würde wurde ihm ein Jahr später aber wieder aberkannt. 309 war er schließlich einer von vier als legitim erachteten Augusti. Konstantin versuchte nun seinen Einfluss zu mehren und eroberte 310 Spanien. Am 28. Oktober 312 kam es zur Schlacht an der Milvischen Brücke in Rom gegen Maxentius (um 279-312) in der Konstantin seine Herrschaft über den Westen des römischen Reiches sicherstellen wollte. Am Abend vor der Schlacht ereignete sich nach zeitgenössischen Berichten die Vision des Konstantin, in der er das Christusmonogramm sah: "in hoc signo vinces" - "in diesem Zeichen wirst du siegen!" Konstantin ließ das Zeichen auf den Standarten anbringen und gewann den Kampf. Er war davon überzeugt, dass ihn der Christengott zum Sieg geführt hat. Ab 312 traf er deshalb Anordnungen, die Christenverfolgungen im Reich einzustellen und enteignetes Kirchengut zurückzugeben. Konstantin begann erste Begünstigungen der Christen, z.B. durch Schenkung des Lateranpalastes an den römischen Bischof. Im Februar 313 ergaben Gespräche Konstantins mit seinem Mitherrscher (und Schwager) Licinius (um 250-324) Vereinbarungen über religiöse Toleranz im Reich, die an frühere Edikte (insbesondere des Galerius von 311) anknüpfte. Das sogenannte "Toleranzedikt von Mailand" hat es demzufolge nicht explizit gegeben, vielmehr lag Konstantin wohl daran, den Mitkaiser Licinius auf seine eigene monotheistische Linie einzuschwören. Am 3. Juli 321 wird erstmals der Sonntag, der "dies venerabilis solis", als gesetzlicher Feiertag festgelegt. Kaiser Licinius begann in den späteren Jahren in seinem östlichen Reichsteil erneut mit Christenverfolgungen. In weiteren Kämpfen um die religiöse Richtung und die Alleinherrschaft im Reich wurde er 324 endgültig von Konstantin besiegt und kurz darauf von diesem, trotz Fürsprache seiner Frau, Konstantins Stiefschwester Konstantia, hingerichtet. Im selben Jahr ernannte Konstantin seine Mutter Helena und seine Frau Fausta zu Kaiserinnen. Fausta wird von Konstantin 326 umgebracht, die Gründe sind aus heutiger Sicht nicht aufzudecken. Am 11. Mai 330 weihte Konstantin die neue (römische) Hauptstadt Konstantinopel (ehemals Byzanz) ein und verlegt seinen Regierungssitz dorthin.
Am 22. Mai 337 während der Vorbereitungen zu einem Feldzug gegen die Perser ließ er sich noch auf dem Sterbebett taufen und starb auch an diesem Tag. Seine Reliquien in der Apostelkirche von Konstantinopel verschwanden in den Wirren der Eroberung der Stadt durch die Türken 1453.
In der griechischen Kirche wird Konstantin zu den Heiligen gezählt, sein Fest am 21. Mai gefeiert. - Konstantins Bemühungen um das Christentum waren nicht allein politisch begründet. Er war durchaus ernsthaft bestrebt, das Gute und Göttliche zu finden, dazu geprägt durch den aufgeklärten Monotheismus seines Vaters Constantius. Der christliche Glaube verdrängte in der Folge den von Konstantin zunächst verehrten Sonnengott Sol invictus. Vermutlich hat der Kaiser zunächst nicht ausdrücklich zwischen dem christlichen Gott und dem Sonnengott unterschieden. Nicht zuletzt die Ereignisse um die Schlacht an der Milvischen Brücke haben in Konstantin die Überzeugung gestärkt, im Christentum die wahre Religion gefunden zu haben. Die "Bekehrung" des Konstantin ist im Kontext der allgemeinen Entwicklungen im römischen Reich zu sehen. "Konstantin hat [...] aus der Einsicht in den faktisch schon errungenen Sieg des Christentums gehandelt, als er diesem Duldung und dann Bevorzugung gewährte." (Karl Baus). Seine Hinwendung zum Christentum hat zu fundamentalen Umwälzungen in der kirchlichen Struktur geführt. Die christliche Religion wurde 325 zur Staatsreligion, Diözesen als Verwaltungsbezirke eingerichtet, die Befugnisse der Bischöfe erweitert und ihre Ämter in den Staatsapparat eingebunden. Der Kaiser fühlte sich, trotz der fehlenden Taufe, der Kirche zugehörig. Er sah sich als legitimer Beschützer und mischte sich aus diesem Selbstverständnis heraus aktiv in kirchenstrukturelle und theologische Streitigkeiten ein. 313 fand in Rom eine Synode statt, 314 ein Konzil in Arles. Im Donatistenstreit bezog Konstantin eindeutig Position gegen Donatus und seine Anhänger. Der Donatistenstreit wurde bald überlagert von der Diskussion um die theologischen Positionen des Presbyters Arius. Zur Schlichtung lädt Konstantin zu einem Konzil nach Nicäa, das am 25. Mai 325 eröffnet wurde. Das Ziel des Herrschers und seines kirchenpolitischen Beraters Bischof Ossius von Cordoba (um 256-357/58) war eine Vereinheitlichung der Kirche in Ost und West. Die im Kern antiarianische Kompromissformel des Konzils von der Wesenseinheit Christi mit dem Vater stammte einem Bericht des Biographen Eusebius von Caesarea zufolge von Konstantin selbst und war ausschließlich politisch motiviert um beide Seiten (Arianer und Antiarianer) zufrieden zu stellen. Das Ziel einer kirchlichen Einheit hat Konstantin Zeit seines Lebens nicht erreicht.
Den Gedenktag feiern wir am 22. Mai, seinem Todestag.

Eine interessante Person (nicht heilig) soll hier aber auch noch genannt werden:
KONSTANZE, Kaiserin des Römischen Reiches, Königin von Sizilien, geboren nach dem 26. Februar 1154, gestorben am 28. November 1198 in Palermo. Sie entstammte dem Haus Hauteville. Tochter König Rogers II. von Sizilien (gestorben 1154) und dessen dritter Gattin Beatrix von Rethel (gestorben 1185). Konstanze wurde erst nach dem Tod ihres Vaters geboren. Aufgewachsen ist Konstanze in Palermo. Daß sie so lange ledig blieb veranlaßte spätere Autoren zu der Annahme, sie sei zeitweise Nonne gewesen. Im Alter von 30 Jahren wurde Konstanze im Herbst 1184 mit dem elf Jahre jüngeren Heinrich VI. (gestorben 1197), seit 1165 König des römischen Reiches und Sohn Kaiser Friedrich I. Barbarossa (gestorben 1190) verlobt. In Augsburg wurde dies verkündet. Papst Lucius II. war über die staufisch-normannischen Heiratspläne informiert und billigte sie. Er verhandelte zu dieser Zeit mit dem Kaiser über die Umwandlung der Herrschaft in Deutschland in eine Erbmonarchie. Für die Staufer bot sich durch eine eheliche Verbindung mit dem Haus Hauteville die Chance, ihren Machtbereich auf Süditalien auszudehnen. Konstanze war nämlich 1184 die einzige legitime Anwärterin auf den Thron in Palermo, da die Ehe König Wilhelms seit fünf Jahren kinderlos geblieben war und er - obwohl er und seine Frau noch im zeugungs- und gebärfähigen Alter standen - die Hoffnung auf Nachkommenschaft bereits aufgegeben hatte. Ansprüche auf den Thron erhob ein illegitimer Erbe, Graf Tancred von Lecce. Um ihn abzuwehren, betrieb König Wilhelm die Verbindung. Die Hochzeit Heinrichs mit Konstanze wurde auf den 28. Januar 1185 in der Kirche St. Ambrosius in Mailand begangen. Die Wahl von Ort und Zeit hatten besondere symbolische Bedeutung: Mailand war im Schisma, das von 1159 bis 1177 währte, die erbittertste Feindin des Kaisers gewesen und war von diesem vollkommen zerstört worden. Dass die Ehe des Kaisersohnes gerade hier geschlossen wurde, war eine besondere Ehrung der Stadt und bekräftigte den Friedensschluß zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und Papst Alexander III. von 1177. Der 28. Januar war der Vortag des Festtages Karls des Großen, des 1165 heilig gesprochenen Karolingerkaisers, der seinen Sohn zu seinen Lebzeiten zum Kaiser erhob. - Am großen Festtag trugen Kaiser Friedrich, König Heinrich und Königin Konstanze die Krone, was den Glanz des Herrschertums und den Anspruch der Herrschaft über alle Teile des Reiches ausdrückte. Am 18. November 1189 starb König Wilhelm von Sizilien. Da er kinderlos geblieben war, fiel nun Süditalien und Sizilien kraft Erbrecht Konstanze und damit ihrem Ehemann Heinrich VI. zu. Die süditalienischen Barone erhoben sich aber gegen den "Furor teutonicus", den deutschen wütenden Zorn, den man fürchtete. An der Spitze des Aufstandes stand der königliche Vizekanzler Matheus Aiello von Salerno, einer der engsten Vertrauten des verstorbenen König Wilhelms. Er betrieb die Erhebung des Grafen Tancred von Lecce. Dieser wurde noch im Dezember 1189 in Palermo zum König gewählt. Der bislang widerstrebende Erzbischof Walther von Palermo, der für den Übergang des Normannenreiches an Konstanze und Heinrich eingetreten war, fügte sich den Gegebenheiten und krönte Tancred am 18. Januar 1190 in Palermo. Diese Krönung fand offenbar im Einverständnis mit der päpstlichen Kurie statt, die in einer Vereinigung Süditaliens mit dem Reich eine Bedrohung sah. Die Reaktion Heinrichs VI. auf die Vorgänge in Süditalien bestand zunächst in der Entsendung des Mainzer Erzbischofs Konrad und des Kanzlers Diether nach Italien, um die Haltung des Papstes zu erfahren und die baldige Ankunft des Königs zu signalisieren. Ihnen folgte Marschall Heinrich Testa, der eine bewaffnete Macht aufstellte und gegen Süditalien führte. Dieses Unternehmen scheiterte aber. Lediglich der Nordteil Apuliens wurde verwüstet, was zeigte, dass die Angst vor dem Furor teutonicus berechtigt war. Tancred gelang es innerhalb weniger Monate, seine Herrschaft abzusichern. Lediglich die Belehnung durch den Papst stand noch aus. Heinrich VI. eilte nach Süden. Ob Konstanze ihn dabei begleitete, ist nicht bekannt. Der König verpflichtete sich die oberitalienischen Kommunen durch die Erteilung von Privilegien. Die geleisteten Zahlungen erlaubten ihm den Heereszug nach Süditalien. Zunächst aber musste er sich nach Rom begeben. Am 15. April 1191 krönte der neue Papst Coelestin III. Heinrich zum Kaiser und Konstanze zur Kaiserin. Der Kardinal von Ostia, Haupt des Kardinalskollegiums, salbte Heinrich und segnete seine Frau. Heinrich eilte mit seinen Truppen weiter nach Süden. Vor Neapel kam es im Mai 1191 zu größeren Kämpfen. Zusätzlich brach eine Seuche aus, und auch der Kaiser erkrankte an der grassierenden Darminfektion. Mit einem stark dezimierten Heer zog er sich nach Montecasino zurück. Dort erreichte ihn eine neue Hiobsbotschaft: Kaiserin Konstanze war gefangen. Sie hatte sich nach Salerno begeben, dessen Bischof auf Seiten Tancreds stand, die Bevölkerung aber die staufische Sache unterstützte. Als sich in der Stadt das Gerücht verbreitete, Heinrich VI. sei gestorben, schlug die Stimmung um und Konstanze wurde festgesetzt. Per Schiff wurde sie nach Sizilien gebracht, wo Tancred sie persönlich in Messina erwartete. - Nachdem Konstanze die Freiheit wiedererlangt hatte, kehrte sie nach Deutschland zurück. Die in Süditalien verbliebenen kaiserlichen Truppen mussten vor den angreifenden Normannen zurückweichen. Eine Wende trat Ende 1193/Anfang 1194 ein: Zunächst starb Roger, der Sohn Tancreds, dann der König selbst. Seine Witwe Sybille ließ ihren jüngsten Sohn Wilhelm, noch ein kleines Kind, zum neuen König krönen und übernahm in seinem Namen die Regentschaft. Papst Coelestin III. erkannte den neuen Herrscher an. Für Heinrich und Konstanze waren die Nachrichten aus Süditalien Anlass, erneut in Richtung Sizilien aufzubrechen. Für die Kaiserin war dies eine beschwerliche Reise, denn sie war endlich - im Alter von etwa 40 Jahren - schwanger. Die politische Entwicklung gestaltete sich für die staufische Seite erfreulich. Die Front ihrer Gegner bröckelte, Neapel teilte dem Kaiser mit ihm seine Tore öffnen zu wollen. Auch Messina dürfte sich früh für Heinrich und Konstanze erklärt haben. Mitte August 1194 wurde der Feldzug begonnen, der mit der Einnahme von Syrakus praktisch entschieden war. Am 17. September nahm Heinrich Rache an Salerno dafür, dass dort einige Jahre zuvor seine Frau gefangen genommen worden war. Die Stadt wurde vollständig zerstört. Ende Oktober 1194 betrat Heinrich erstmals den Boden Siziliens. Königin Sybille richtete sich in Palermo auf die Verteidigung ein, doch waren die Bewohner nicht bereit, für eine aussichtslose Sache Leben und Besitz zu opfern. Eine Abordnung der Stadt bot dem Kaiser die Unterwerfung an. So kam es zu Verhandlungen, bei denen Heinrich die Auslieferung des kleinen Königs und der Kroninsignien forderte. Als Gegenleistung bot er Sybille die Grafschaft Lecce und das Fürstentum Tarent an. Ihr blieb nichts anderes übrig, als darauf einzugehen. Am 20. November 1194 zog Heinrich VI. feierlich in Palermo ein. An Weihnachten empfing er im Dom die Krone Siziliens. Einen Tag später, am 26. Dezember 1194, brachte Kaiserin Konstanze in Jesi bei Ancona einen Sohn zur Welt. Spätere Historiker wollten wissen, dass Konstanze die Legitimität ihres Sohnes demonstrierte, indem sie auf dem Marktplatz von Jesi ein Zelt aufstellen ließ, in dem sie niederkam. Damit sollte eventuellen Gerüchten der Boden entzogen werden, wonach der junge Thronfolger gar nicht das Kind des Kaiserpaares sei, sondern das untergeschobene Produkt einer vorgetäuschten Schwangerschaft - angesichts des für die erste Geburt hohen Alters Konstanzes ein nahe liegender Verdacht. In der jüngsten Friedrich-Biographie legt der Autor, der Stuttgarter Historiker Wolfgang Stürner, aber dar, dass diese Version einer späteren Zeit entstammte. Diesem Erben des sizilischen Throns und Anwärter auf die Kaiserkrone gab sie den Namen Konstantin Roger. Damit stellte sie ihn in die Tradition des antiken Kaisertums und zugleich der normannischen Herrschaft. Vielleicht sollte aber der Name Konstantin einen Anklang an ihren eigenen Namen haben und ihren Sohn damit vom ungeliebten Gatten distanzieren. Getauft wurde der Knabe aber schließlich auf den Leitnamen des Stauferhauses: Friedrich. Als Kaiser Friedrich II. sollte er den Glanz des mittelalterlichen Kaisertums entfalten. Das Kaiserpaar traf Ostern 1195 in Bari erstmals nach der Geburt ihres Sohnes zusammen. Konstanze sollte nun während der Abwesenheit Heinrichs die Regentschaft über das Normannenreich übernehmen, die ihr kraft Erbrecht zufiel. So zeigte sich Heinrich einerseits versöhnlich gegenüber Sizilien, andererseits wurde damit die Legitimität der staufischen Oberhoheit in der Nachfolge der Normannenkönige Roger II., Wilhelm I. und Wilhelm II. betont. Wenige Tage später zog Heinrich nach Norden, Konstanze begab sich nach Sizilien, während der kleine Friedrich in der Obhut der Frau Konrads von Urslingen in Foligno blieb. Konrad von Urslingen war vom Kaiser zum Vikar des Königreiches Sizilien und damit zu Heinrichs Stellvertreter bestimmt worden. - In der Folgezeit kam es zu wiederholten Spannungen zwischen Konstanze und Papst Coelestin III., der sich als oberster Lehnsherr des Normannenreichs verstand. Dies zeigte sich vor allem in Auseinandersetzungen um die Besetzungen von Bistümern und Abteien. Um die Vereinigung Siziliens mit dem Reich auch politisch abzusichern, war eine Einigung zwischen Kaiser und Papst nötig. Heinrich bemühte sich, eine günstige Ausgangsposition zu erlangen, ehe er Verhandlungen einleitete. Im März 1195 teilte er Papst und Kardinälen brieflich mit, er sei entschlossen, in allernächster Zukunft einen Kreuzzug zu unternehmen. Dieses Angebot konnte der Papst nicht ablehnen. Am Karfreitag 1195 nahm der Kaiser heimlich, wie die Quellen melden, das Kreuz. Am Ostersonntag wurde erstmals öffentlich der Kreuzzug gepredigt. Heinrich VI. gelobte, für ein Jahr 1500 Ritter und eine gleiche Anzahl Fußsoldaten auszurüsten. Als Termin für den Aufbruch wurde der März 1196 festgelegt. Damit hatte der Kaiser den Beweis erbracht, dass es ihm Ernst war. Papst Coelestin mußte seine Reserviertheit aufgeben. Im Winter 1196 und Frühjahr 1197 hielt sich Heinrich VI. in Italien auf, wo er Vorbereitungen zum Kreuzzug traf. Das Osterfest 1197 feierte schließlich in Palermo, wohin er die Großen des sizilischen Reiches zum Hoftag geladen hatte. Inzwischen trafen die ersten Kreuzfahrer in Süditalien ein. Anfang Mai ging der Kaiser nach Messina, wo er sich von den Kreuzzugsvorbereitungen selbst ein Bild machen wollte. Er ahnte nicht, dass dort bereits die Verschwörer auf ihn warteten. Sie hatten den Plan, den Kaiser zu ermorden, ihr Anführer sollte Königin Konstanze heiraten und den Thron besteigen. Allerdings wurde der Plan im letzten Moment verraten, so dass Heinrich rechtzeitig fliehen konnte. Die Truppen der Verschwörer sammelten sich bei Catania, wo sie aber einem kaiserlichen Heer nicht standhalten konnten. Heinrich nahm an seinen Gegnern grausame Rache. Es sollte Heinrichs letzter Triumph sein. In den folgenden Wochen traf er weiter Vorbereitungen zum Kreuzzug, doch verbot ihm sein angegriffener Gesundheitszustand - er litt vermutlich an Malaria - das Unternehmen selbst zu leiten. Als sein Zustand sich verschlimmerte, ließ der Kaiser sich nach Messina bringen. Ende September schien eine Besserung einzutreten, so dass er bereits Vorbereitungen zu seiner Rückkehr nach Palermo treffen ließ. Doch dann, am 28. September 1197, waren die Kräfte aufgezehrt: Heinrich VI., römischer Kaiser und König von Sizilien, starb im Alter von 32 Jahren. Seine Frau Konstanze weilte am Sterbebett. Sie ließ ihn zunächst in Messina beisetzen und sandte Bischof Berard von Messina nach Rom, denn Heinrich galt als exkommuniziert, seit er einen Kreuzfahrer inhaftiert hatte, den englischen König Richards Löwenherz. Papst Coelestin III. verweigerte aber die Absolution und damit das christliche Begräbnis. Erst sein Nachfolger Innozenz III., der im Februar 1198 den Stuhl Petri bestieg, kam den Wünschen Konstanzes entgegen. Wahrscheinlich wurde Heinrich Anfang Mai 1198 im Dom zu Palermo beigesetzt. - Konstanze sah die staufische Herrschaft über Sizilien als ein Zwischenspiel an und versuchte nach dem Tod ihres Gatten, die Vertreter des Reiches, die von ihr ungeliebten Deutschen, aus Sizilien zu verdrängen. Der dreijährige Friedrich wurde zu ihr nach Palermo gebracht, wo Konstanze anlässlich ihres Lehnseides an den Papst in seinem Namen auf die Herrschaft in Deutschland verzichtete. Der vom Kaiser als Statthalter ausersehene Markward von Annweiler versuchte dagegen, in Verbindung mit Philipp von Schwaben, dem Bruder des verstorbenen Heinrich und Sachwalter der staufischen Interessen, seine Position zu halten. Dennoch brach die deutsche Herrschaft in Süditalien rasch zusammen. Konstanze förderte dies nach Kräften, indem sie die deutschen Machthaber aus Sizilien auswies. Sie herrschte aus eigenem Recht, nicht als bloße Regentin für ihren Sohn, und leistete Papst Innozenz III. den Lehnseid. In ihrem Testament bestimmte sie den Papst zum Vormund des kleinen Königs. Als solcher musste er bald aktiv werden, denn am 28. November 1198 starb Konstanze im Alter von 44 Jahren. Im Dom von Palermo fand sie ihre letzte Ruhestätte.
(Beitrag von Stephan Lütgemeier, Dipl.-Theologe)

Anagramm-Namen

weiblich